Fünf gute Gründe, mit NEIN zu stimmen

Die fünf wichtigsten Gründe, warum Sie beim Bürgerentscheid „Krankenhausneubau in Seefeld“ (Ratsbegehren) mit Nein stimmen sollten:

1. Weil die medizinische Grundversorgung nicht gefährdet ist und auch nicht zur Frage steht!

  • Der Landkreis ist rechtlich zur medizinischen Grundversorgung verpflichtet. [Geändert aufgrund der gemeindlichen Infoveranstaltung vom 8.6.2021.]

2. Weil der vorgeschlagene Standort nicht den notwendigen Einklang von Versorgung, Wirtschaftlichkeit und Umwelt bietet!

  • Der vorgeschlagene Standort punktet im Wesentlichen durch die (scheinbare) Verfügbarkeit und die (vordergründig) geringen Grundstückskosten.
  • Über die Grundstückskosten hinaus sind Mehrkosten aufgrund der Verkehrserschließung, für Ausgleichsflächen, Bauen im Hangwasserbereich zu erwarten, die bislang nicht betrachtet wurden.
  • Der enorme Schaden durch die weitreichende Zerstörung der Natur ist ebenfalls nicht ausreichend berücksichtigt.

3. Weil es bessere Lösungen gibt – man muss sie nur wollen und sich darum bemühen!

  • Die bestehende Schindlbeck-Klinik in Herrsching kann sehr wohl noch erweitert werden. Das wäre deutlich kostengünstiger, würde Flächenfraß vermeiden und damit Natur und Klima schützen.
  • Auch am potenziellen Herrschinger Standort in der Seefelder Straße sind noch nicht alle Erschließungsoptionen geprüft.
  • Darüber hinaus sind andere Standorte weiterhin möglich – von einer Alternativlosigkeit kann keine Rede sein.

4. Weil wir keine so weitreichenden Entscheidungen treffen sollten, bevor die wesentlichen Fakten auf dem Tisch liegen.

  • Für eine gute Entscheidung sollten die Bürgerinnen und Bürger grundlegende Informationen zur Größe und Höhe der geplanten Klinik, der Anfahrtswege und der Erschließung sowie der Wirtschaftlichkeit und den Kosten haben.
  • Diese fundamentalen Eckpunkte sind derzeit nicht bekannt. Trotzdem werden die Bürgerinnen und Bürger mit dem Ratsbegehren in eine Entscheidung gedrängt.
  • Liegen die Informationen später dann endlich vor, haben die Bürgerinnen und Bürger kein tatsächliches Mitspracherecht mehr, auch wenn ihnen das vorgegaukelt wird. Sie können zwar Anregungen und Bedenken äußern, eine erneute Abstimmung wird es aber nicht mehr geben.

5. Weil ein schöngefärbtes Bild des Projektes gezeichnet wird, das unrealistisch ist.

  • Die Fachbehördenprüfung berücksichtigt wesentliche Punkte nicht, z.B. die mangelnde Erweiterbarkeit, die Hochwasserproblematik und die schlechte Bebaubarkeit aufgrund von Hangwasser.
  • Es wird so getan, als würde der Neubau den Landkreis kaum etwas kosten. Die zu erwartende finanzielle Belastung des Landkreises und der Gemeinden wird weitgehend ausgeblendet.
  • Ein Neubau als zweistöckiger Bungalow-Baukörper mit Parkanlage ist eine Wunschvorstellung. Kliniken ähnlicher Größe benötigen vier Stockwerke auf einer Fläche von mindestens 35.000 qm. Dabei stehen am Standort nur etwa 20.500 qm bebaubare Fläche zur Verfügung. Statt einem Park würde es auf Parkplätze hinauslaufen.

Warum der Standort 2b nicht geeignet ist

  • Die Fläche ist eine artenreiche Mähwiese. Ein entsprechendes Gutachten ist in Arbeit.
  • Kritische Nähe zu Biotopen und FFH-Gebieten (geschützt durch europäisches Recht)
  • Für eine mögliche Verkehrserschließung gäbe es nur zwei mögliche Szenarien: Zum einen über die Lindenallee, wofür Bäume für eine Verbreiterung gefällt werden müssten. Zum anderen über die Steinebacher Straße, wofür zwei FFH-Flächen und ein Biotop am Ödenbächl durchschnitten würden. In jedem Fall müsste die Einmündung an der Eichenallee z.B. durch einen Kreisverkehr erweitert werden. All dies ist ökologisch untragbar und wird immense und nicht geförderte Kosten verursachen. 
  • Wir rechnen nach Analyse von Vergleichskliniken mit mindestens vierstöckiger Bauweise. Das hätte massive Auswirkungen auf die Luftzirkulation im Grünzug und das Ortsbild.

Ausfüllhilfe

Die Stimmzettel werden an alle Bürgerinnen und Bürger verschickt, die Wahl erfolgt per Briefwahl. So sieht der mit NEIN ausgefüllte Stimmzettel aus:

Was passiert nach einem „Nein“ beim Ratsbegehren?

  1. Der Landkreis muss die medizinische Versorgung weiterhin gewährleisten.
  2. Der Landkreis müsste für den notwendigen Zusammenschluss der Kliniken in Seefeld und Herrsching eine bessere Lösung suchen.
  3. Der Landkreis müsste die Fragen von medizinischer Versorgung, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz besser in Einklang bringen.
  4. Der Landkreis müsste die Bürger besser einbinden und darf die Gemeinde Seefeld nicht weiter bevormunden.