Vorankommen bei der Energiewende

Die Umstellung auf eine CO₂-neutrale Energieversorgung kommt zwar voran in Seefeld – allerdings zu langsam. Nach einer Untersuchung der lokalen Gruppe des Energiewendevereins wäre das Ziel einer CO₂-freien Energieversorgung erst zwischen 2080 und 2110 erreicht – viel zu langsam um die Ziele des Pariser Klimaabkommens und das Landkreis-Ziel einer CO₂-Neutralität bis 2035 zu erfüllen.

Zusammen mit der SPD-Fraktion hat daher die Grüne/BI-Fraktion einen Antrag des Energiewendevereins im Gemeinderat eingereicht, um eine CO₂-neutrale Energieversorgung bis 2035 verbindlich umzusetzen. Wir danken der Ortsgruppe des Energiewendevereins für die Erarbeitung und Abstimmung des Antrags. Darin wird ein umfangreiches Paket aus kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen vorgeschlagen. Unter anderem sollen Photovoltaik (PV) und Windkraft massiv ausgebaut und dafür die notwendigen personellen Ressourcen in der Verwaltung geschaffen werden.

Als kurzfristige Maßnahme haben wir in der letzten Sitzung des Umwelt- und Energieausschusses eine Initiative gestartet, um Photovoltaik-Anlagen mit Batteriespeichern auf allen Dächern gemeindlicher Gebäude umzusetzen. Dafür infrage kommen nach Ansicht des Ausschusses:

  • Bauhof (zwei Hallendächer)
  • Schule Seefeld (weitere zwei Dächer)
  • Feuerwehrhäuser Hechendorf, Meiling, Unering, Drößling
  • Altes Rathaus Seefeld
  • Nachbarschaftshilfe Hechendorf
  • Kinderhaus Hechendorf (weitere Dachfläche)
  • Bürgerstadl Hechendorf
  • Altes Rathaus Hechendorf

Der Ausschuss empfahl der Verwaltung, die Realisierung zu prüfen. Auch in punkto Windkraft soll es weitergehen und eine interkommunale Lösung zusammen mit Starnberg und Andechs im südlichen Seefelder Gemeindegebiet angestrebt werden. Hoffentlich kommt hier Bewegung in das Thema, nachdem die Berliner Ampelkoalition geringere Abstände zu Radaranlagen der Flugsicherung beschlossen hat. Bislang scheiterten Überlegungen zu Windrädern in Seefeld an der ablehnenden Haltung der Luftfahrtbehörden.

Ebenfalls als kurzfristige Maßnahme hat der Rechnungsprüfungsausschuss einstimmig beantragt, in allen gemeindlichen Gebäuden intelligente Heizkörper-Thermostate einzubauen, um den Energieverbrauch zu senken.

Es tut sich was bei der Seefelder Energiewende – jetzt geht es darum, konkrete Beschlüsse zu fassen und umzusetzen!

Ortwin Gentz

Siehe auch: Aus Windkraft in Seefeld soll doch was werden, Hanna von Prittwitz, 20.7.2022, Starnberger Merkur