Aushub-Deponie am Ortseingang Hechendorf?

Routiniert führte Bürgermeister Gum in rekordverdächtiger Geschwindigkeit den letzten Tagesordnungspunkt der Gemeinderatssitzung am 19.2.2019 der Abstimmung zu. Für die Deponierung des Aushubs einer neuen Wasserleitung von der Ampelkreuzung nach Hechendorf schlug er die Wiese oberhalb des AWA-Pumpenhäuschens zwischen Seefelder und Alter Straße vor. Begründung: wir haben keinen anderen Platz.


Geplante Aushub-Deponie gegenüber vom Blumenfeld am Hechendorfer Ortseingang (Quelle: BN Seefeld, FisNatur)

Kein Wort zur ökologischen Qualität dieser Fläche und des unmittelbaren Umfeldes. Mal abgesehen davon, dass so eine Aushub-Deponie am Ortseingang nicht der Verschönerung des Ortsbildes dient, wäre das Minimum an naturschützender Vorsicht gewesen, die Biotop-Kartierung zu konsultieren. Das hat nun die BN-Ortsgruppe getan. In einer Stellungnahme wird auf verschiedenste schützenswerte Pflanzen verwiesen, die auf der Fläche kartiert sind. Mädesüß und Bach-Nelkenwurz wachsen und blühen hier – wenn man sie nicht zuschüttet.

Die Deponierung des Aushubs wird dieses Stück Natur zerstören. Was einmal zerstört ist, ist nicht wieder rückgängig zu machen und lädt zu weiteren Deponierungen ein (Stichwort Tagwasserkanalsanierung in der Seefelder Ortsmitte).

Uns stellen sich diverse Fragen:

  • Welche Art von Aushub soll gelagert werden? Kann eine Trennung von Asphalt zuverlässig gewährleistet werden?
  • Wurde das Wasserwirtschaftsamt Weilheim konsultiert? Der Günteringer Bach verläuft direkt an der Fläche.
  • Wurden die Gemeinderäte über die vorhandene Biotop-Kartierung, die die Fläche überlappt, in der Beschlussvorlage unterrichtet? (Der Tagesordnungspunkt ist leider noch nicht im öffentlich zugänglichen Ratsinformationssystem eingetragen, da er zunächst nicht-öffentlich entschieden werden sollte und erst auf Antrag (von wem?) in die öffentliche Sitzung befördert wurde.)

Als Zuhörer konnte man nur den Eindruck gewinnen, dass die Entscheidung hektisch und unüberlegt ohne jegliche Diskussion zustande kam. Wir fordern daher den Gemeinderat auf, den Beschluss zurück zu nehmen und eine Alternative zu suchen.

Fast 30% der Seefelder Wahlbürger haben gerade für das Volksbegehren gestimmt – diesem Votum läuft die geplante Aushubdeponierung frontal zu wider.