Angesichts der Hitzewelle im aktuellen Sommer diskutierte der Umwelt- und Energieausschuss über Maßnahmen zur Hitzeanpassung in der Grundschule. Die Schulleiterin Frau Hauck berichtete dem Gremium, dass an einen normalen Unterricht bei den Bedingungen praktisch nicht zu denken war. Hitzefrei für die Kinder ist inzwischen organisatorisch schwierig geworden, da 90 % der Kinder im Anschluss an die Schule in einer Betreuungseinrichtung untergebracht sind. Man ergreife schon diverse Maßnahmen:
- Lüften in der Früh ab 6:00 Uhr (das Lüften in der Nacht ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich.)
- Anpassung des Unterrichts mit vielen Trinkpausen
- zum Teil Ausweichen in Kellerräume sowie in den Schulhof im Schatten
Besonders in Klassenzimmern ohne Bäume vor den Fenstern, wie im ersten Stock in Hechendorf, sei es aber unerträglich. In einer konstruktiven Diskussion wurden im Gremium verschiedene Maßnahmen entwickelt, die durchgeführt bzw. untersucht werden sollen:
- Anschaffung von insgesamt acht Ventilatoren (drei für Hechendorf, fünf für Seefeld)
- Prüfung, ob die in der Corona-Zeit angeschafften Luftfilter auch als Ventilator verwendet werden können
- Ermittlung von Standorten zur Pflanzung von Bäumen vor südexponierten Klassenzimmern
- Fassadenbeschattung durch Rangpflanzen wie Wein (an Stahlseilen mit Abstand zur Fassade zur Vermeidung von Fassadenschäden)
- Reparatur bzw. Einbau von Sturmwarnern für Jalousien, damit diese auch nach der Unterrichtszeit am Nachmittag eine Schattierung der Klassenzimmer gewährleisten können
- Montage von wasserdurchlässigen Sonnensegeln in heißen Pausenhofbereichen
- Prüfung eines Wasserzerstäubers im Pausenhof (Kühlung durch Sprühnebel)
Siehe auch: Elf Hitzetage am Stück: Seefelder Grundschulen bekommen Sonnensegel und Ventilatoren, Hanna von Prittwitz, Starnberger Merkur
Im nächsten Tagesordnungspunkt ging es um den Bau öffentlicher Trinkwasserbrunnen. Gemäß Wasserhaushaltsgesetz gehört die Bereitstellung von Trinkwasser aus dem Leitungsnetz an öffentlichen Orten in Form von Innen- und Außenanlagen zur Daseinsvorsorge. Ein Bau von zwei Trinkwasserbrunnen je Gemeinde wird durch das Sonderprogramm „Kommunale Trinkbrunnen“ finanziell unterstützt. Problematisch sind allerdings die Unterhaltskosten. Jede Woche muss eine Reinigung und Inspektion stattfinden und einmal im Monat eine Beprobung für je 250 €. Bis auf die Vertreterin der Grünen befürwortete der Ausschuss dennoch den Bau und sprach sich dafür aus, zunächst weitere Details in Bezug auf die laufenden Kosten zu klären.
Im Jahr 2023 hatte der Gemeinderat beschlossen, ein Sturzflut-Konzept für die Gemeinde erarbeiten zu lassen. Der eingereichte Förderantrag wurde jedoch nun im zweiten Jahr in Folge nicht bewilligt. Zur Diskussion stand, ob die Gemeinde vorab auf eigene Kosten das Konzept erstellen lässt und möglicherweise im Nachgang die Kosten per Förderung erstattet bekommt. Christian Wagner (BVS) und Ortwin Gentz sprachen sich dafür aus. Wagner betonte, er habe ein mulmiges Gefühl, nichts zu tun und verwies auf steigende Versiegelung in Delling (Asphaltierung TQ-Parkplatz) sowie für das geplante neue Gewerbegebiet am Jahnweg. Der Rest des Gremiums lehnte jedoch eine Beauftragung auf eigene Kosten ab. Nun bleibt zu hoffen, dass der Förderantrag im nächsten Jahr bewilligt wird und bis dahin kein Extremwetterereignis à la Ahrtal auftritt.
Das Thema Neophytenbekämpfung beschäftigt die Gemeinde bereits seit geraumer Zeit. Im Bereich der Grube Unering ist ein massives Auftreten des giftigen Riesenbärenklaus zu beobachten, siehe Bild oben. Obwohl die Eigentümer betroffener Flächen jedes Jahr von der Gemeinde angeschrieben und auf die Pflicht zur Entfernung hingewiesen werden, breitet sich die Pflanze weiter aus. Nun soll mit einer kostenpflichtigen Ersatzvornahme gedroht werden. Parallel soll der Bauhof auf den gemeindeeigenen Flächen in den Randbereichen nachbessern. Immerhin wird der Riesenbärenklau im ganz überwiegenden Teil der gemeindlichen Fläche durch Mahd in Schach gehalten und an der Aussaat gehindert.
Ortwin Gentz berichtete von einer Veranstaltung zum Thema Seethermie auf der MS Utting in Stegen. Wirtschaftsminister Aiwanger forciert das Thema als Pilotprojekt am Ammersee. Seine positive Haltung zu Gasbohrungen westlich des Ammersees kam beim Publikum dagegen weniger gut an. Für die Ammersee-Anrainer-Gemeinden wurde berechnet, dass deren kompletter Wärmebedarf über den Ammersee gedeckt werden kann. Dabei ist geplant, dass in etwa 15 m Tiefe Wasser entnommen wird, welches über Wärmetauscher ein Nahwärmenetz speist. In 20 m Tiefe soll das Wasser dann wieder zurückgespeist werden. Für den Pilsensee deutet vieles darauf hin, dass ein ähnliches Modell hier schwierig ist, da die notwendige Wassertiefe nicht gegeben ist. Machbar erscheint aber die Nutzung für private Wärmepumpen, besonders im Bereich der Hechendorfer Seestraße.
Bürgermeister Kögel informierte zum Thema der invasiven Quagga-Muschel. Außerdem wurde bekannt gegeben, dass der Bau der Photovoltaikanlage für die Feuerwehr in Hechendorf in Auftrag gegeben wurde. Auch das Thema PV auf dem Bauhof wird nach wie vor verfolgt. Der Netzbetreiber Bayernwerk macht hier allerdings Schwierigkeiten.
Oswald Gasser sprach die verblichenen und kaum mehr lesbaren Infotafeln des Leerpfads am Aubach an. Der Aubach-Verein hatte diese zum Großteil erstellt. Der Verein ist allerdings mittlerweile aufgelöst. Ortwin Gentz schlug vor, für dieses Thema an den BUND Naturschutz heranzutreten.
Ortwin Gentz
