Gewerbe und Finanzen – lokal, nachhaltig, mit Zukunft.

Seefeld hat viele Jahre solide gewirtschaftet. Wirtschaftliche und politische Entwicklungen haben aber auch ihre Spuren in unserer Gemeinde hinterlassen. Abgaben und Umlagen, Ausgaben, sowie geringere Einnahmen aus Gewerbesteuer belasten das Budget.

Es ist dringend notwendig, dass unsere Gemeinde einen Plan entwickelt, wie es in Zukunft weiter gehen soll. Die Hoffnung, durch Ausweisung neuer Gewerbegebiete neue Gewerbesteuer zu generieren, ist ein zweischneidiges Schwert. Zum einen führt die Ausweisung neuer Gewerbegebiete zu einer Versiegelung von weiteren Flächen, zum anderen belastet dies auch die Infrastruktur unserer Gemeinde. So verschärfen neue Gewerbeflächen die Verkehrsbelastung und den angespannten Wohnungsmarkt. Bedenken muss man auch, dass 50% der Gewerbesteuer an den Kreis abgeführt werden müssen. Die Ausweisung von immer mehr Gewerbe auf der freien Fläche ist also keine Lösung. Sie verbraucht Ressourcen, die den kommenden Generationen fehlen werden, und führt nicht zu wirklich verlässlichen hohen Einnahmen. 

Unternehmer, Handwerker, Landwirte, Freiberufler und Kreative – alle, die eine Wertschöpfung in Seefeld mit kurzen Transportwegen und fairen Arbeitsplätzen sichern – verdienen Anerkennung und Wertschätzung.

• Wir wollen einen gesunden Mix an Kleinunternehmen, Gewerbetreibenden und Mittelstandsunternehmen.

• Dazu wollen wir zielgerichtet und umsichtig die heutigen Gewerbesteuerzahler halten. Anstatt einer neuen Ausweisung von Gewerbegebieten auf Zuruf gestalten wir gezielt Angebote für Unternehmen, die wir uns in Seefeld wünschen. Entscheidend dabei sind flächensparende Bauweise, hohe Flächenproduktivität sowie ein umwelt- und klimafreundliches Wirtschaften.

• Wir unterstützen die Gründung eines Gewerbevereins, damit das Gewerbe seine Interessen klar und transparent gegenüber der Gemeinde vertreten kann.

Finanzen umdenken.

Die bisherige Praxis in Seefeld war es, immer wieder Flächen landwirtschaftlicher Nutzung in Gewerbe- und Wohnungsbau umzuwidmen. Dabei profitierte die Gemeinde ein Stück weit, wenn im Gegenzug zur Änderung der Flächennutzung Gewerbesteuern entstanden und die Gemeinde durch Käufe und Verkäufe von Land kurzfristig profitierte. Indirekt wurden so zum Teil Flächen für die Gemeinde generiert, wie z.B. an der Skaterbahn und am Feuerwehrhaus in Hechendorf. Diese Praxis war jedoch immer schon undurchsichtig und förderte weit mehr die Einkünfte der Land-Eigentümer als die der Gemeinde. Immer wieder wurde auf das Mittel der Umwandlung von Grünflächen in Bauland zugegriffen, um die Gemeindekasse kurzfristig zu füllen und den Haushalt zu konsolidieren. Gewerbesteuereinnahmen entstanden dabei immer nur als Nebeneffekt, der sich in Grenzen hält. Viele ortsansässige Gewerbetreibende zahlen bereits Steuern und die Einnahmen örtlicher Unternehmen steigen durch eine Investition nicht plötzlich sprunghaft an, 50% der Gewerbesteuer muss die Gemeinde zudem an den Kreis abgeben. Gewerbesteuereinnahmen sind weiterhin nicht langfristig planbar wie die aktuelle Wirtschaftslage zeigt, sondern brechen plötzlich weg bei Gewinneinbußen der Unternehmen oder bei deren Wegzug. Ein Supermarkt generiert ebenfalls so gut wie keine Gewerbesteuer vor Ort.

Wir fordern deshalb: Seefeld muss umdenken! Anstatt die Ressourcen der Zukunft zu verbrauchen, muss die Gemeinde selbst investieren und als Unternehmerin aktiv werden. Zum Beispiel über die eigene Entwicklung von Flächen und Vermietung und Verpachtung anstatt des Verkaufs. Seefeld muss unabhängiger werden und z.B. durch Betreibung eigener Unternehmen Einkünfte generieren. Ein Beispiel wäre, die lokale Energieversorgung zukunftsorientiert selbst in die Hand zu nehmen und dadurch Einkünfte zu erzielen. Dies haben andere Gemeinden bereits erfolgreich vorgemacht (z.B. Fuchstal). Es soll geprüft werden, welche Grundstücke die Gemeinde besitzt und wie diese langfristig eigenständig bewirtschaftet werden können. Wir wollen die undurchsichtige Praxis der „Grundstücksdeals“ stoppen und eine neue, transparente, unternehmerische Finanzstruktur der Gemeinde erschaffen!