Unsere Veranstaltung „Alle reden. Wir hören auch zu.“ am letzten Dienstag war ein voller Erfolg. Zahlreiche Seefelderinnen und Seefelder nutzten die Gelegenheit, ihre Anliegen, Fragen und Ideen einzubringen. Das große Interesse und die offenen, konstruktiven Gespräche haben deutlich gezeigt, wie wichtig vielen Bürgerinnen und Bürgern eine transparente und bürgernahe Kommunalpolitik ist.
Ein zentrales Thema des Abends war erneut das geplante Gewerbegebiet am Jahnweg. Besonders intensiv diskutiert wurde die Frage, warum sich ein Unternehmen neu in Seefeld ansiedeln soll – speziell am Standort Jahnweg. Ein Bürger machte deutlich, dass die Infrastruktur dort erhebliche Defizite aufweist: sowohl bei der Verkehrsanbindung als auch bei der digitalen Versorgung. Vor allem der mangelhafte Handyempfang und die unzureichende Internetanbindung sind für moderne Gewerbebetriebe ein klarer Standortnachteil. Er vertrat die Auffassung, dass den bestehenden Gewerbetreibenden in Seefeld mit einer gezielten Verbesserung der digitalen Infrastruktur mehr geholfen wäre als mit neuen Flächen am Jahnweg. Eine leistungsfähige Internet- und Mobilfunkversorgung steigere die Produktivität, erhöhe die Standortattraktivität für Neuansiedlungen und könne so dauerhaft die Gewerbesteuereinnahmen stärken.
In der Diskussion wurde deutlich: Nachhaltig steigende Gewerbesteuereinnahmen erreichen wir nur durch tatsächlich neu zuziehende Unternehmen. Eine bloße Umsiedlung bestehender Betriebe innerhalb Seefelds schafft keine zusätzlichen Einnahmen für unsere Gemeinde. Kritisch wurde außerdem angemerkt, dass bis heute kein schlüssiges, transparentes Konzept zu den tatsächlichen Kosten und den langfristig zu erwartenden Erträgen des Gewerbegebiets am Jahnweg vorliegt – jenseits des einmaligen Grundstücksverkaufs, den manche Bürger als „Verkauf des Tafelsilbers“ bezeichnen.
Auch zu unserem weiteren Vorgehen in Sachen Jahnweg stellten viele Besucherinnen und Besucher konkrete Fragen. Unser Spitzenkandidat Ortwin Gentz stellte dazu drei zentrale Punkte klar:
- Ehrliche Bilanzierung: Einen Teil der bislang investierten rund fünf Millionen Euro in Grundstücke müssen wir realistisch abschreiben und als „Lehrgeld“ verbuchen.
- Rückabwicklung prüfen: Die kürzlich erfolgten Grundstückskäufe können unter bestimmten Bedingungen rückabgewickelt werden.
- Schadensbegrenzung und Zukunftsperspektive: Weitere Millioneninvestitionen in die Erschließung lehnt die BI ab. Stattdessen schlagen wir vor, die Prüfung einer Agri-Photovoltaik-Lösung in Gemeinde- bzw. Bürgerhand voranzutreiben. So können laufende Einnahmen generiert werden, die nicht unter die Kreisumlage fallen, und zugleich einen substanziellen Beitrag zur Energiewende leisten. Auch Fördermittel für eine mögliche Moorrenaturierung sind in diesem Zusammenhang denkbar.
Als Alternative zur Gewerbeentwicklung am Jahnweg schlagen wir die Fläche am Oberfeld in Hechendorf vor. Dort sollte eine reine Gewerbefläche ohne konfliktträchtige Wohnmischnutzung entwickelt werden.
Neben dem Jahnweg bewegten weitere Themen die Besucherinnen und Besucher: der Wunsch nach weniger Eigeninteressen in der Kommunalpolitik, nach mehr Transparenz, nach konkreten Maßnahmen zur Energiewende, nach Tempo 30 im Ortsbereich sowie viele weitere Anliegen, die den Alltag in Seefeld betreffen.
Im Anschluss an die Veranstaltung haben wir unser detailliertes Wahlprogramm zur Gemeinderatswahl 2026 verabschiedet.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das große Interesse und den konstruktiven Austausch – ganz im Sinne unseres Mottos: „Alle reden. Wir hören auch zu.“
