Es war eine der kürzeren Sitzungen in der letzten Zeit mit wenigen kontroversen Themen.
Im Bauausschuss ging es um ein Mehrfamilienhaus am nördlichen Ortsrand von Meiling. Es liegt allerdings planungsrechtlich im Außenbereich, da die aktuellen landwirtschaftlichen Gebäude bei der Beurteilung der Außenbereichsgrenze hinwegzudenken sind. Das Vorhaben wurde daher mit knapper Mehrheit abgelehnt. Das letzte Wort ist hier vermutlich noch nicht gesprochen – Stichwort Bauturbo.
Zwei weitere Bauanträge wurden befürwortet: Eine Nutzungsänderung einer Halle von Solventum, die praktisch keine Außenwirkung hat, sowie eine geringfügige Planänderung der bereits genehmigten Agri-PV-Anlage nördlich des Schafhofs Bönsch.
In der Gemeinderatssitzung wurden der erste und der stellvertretende Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Meiling, Alfons Ludwig und Leonhard Schütt, im Amt bestätigt.
Vertreter und Architektin des gräflichen Rentamts stellten eine aktualisierte Planung für das Gelände an der Birkenallee am Ortsausgang Richtung Drößling vor. Das Projekt wurde bereits auf einer Klausurtagung am 25.7.2025 dem Gemeinderat vorgestellt. Im Vergleich zur damaligen Planung wurde es deutlich reduziert. Dafür wird ein vom Gremium geforderter Gehweg an der Staatsstraße sowie der Birkenallee vorgesehen. Außerdem soll der Parkplatz für Besucher des Schlosses erhalten bleiben. Letzterer Punkt wurde von der Mehrheit des Gremiums begrüßt. Wir sehen ihn mit gemischten Gefühlen. Denn der Parkplatz ist wahrlich kein Schmuckstück für den Ortseingang. Die ursprüngliche Planung, die mehrere Gebäude mit verbindenden Mauern zu den Straßen hin sowie einen begrünten Innenhof vorsah, gefiel uns besser. Die sicherlich in begrenztem Umfang nötigen Besucherparkplätze hätte man unserer Meinung nach auch in einer Tiefgarage unterbringen können. Positiv hervorzuheben ist, dass mit ca. 50 Einheiten bezahlbarer Wohnraum für junge Familien und Paare entstehen soll bei Wohnungsgrößen von 50-100 m². Der Anschluss an das geplante Hackschnitzel-Nahwärmesystem im Schlosspark stellt eine regenerative Wärmeversorgung sicher. Zu diskutieren sind noch eine künftige Neugestaltung des Parkplatzes, möglichst mit einem wasserdurchlässigen Belag, sowie eine Beteiligung an den Infrastrukturkosten der Gemeinde, z.B. für Kindergärten und Schulen.
Für den geplanten Bewegungspark an der Ulrich-Haid-Straße wurde der Kostenrahmen von 60.000 € freigegeben. Im nächsten Schritt wird die Gemeinde eine Förderung durch die LEADER-Gruppe Ammersee beantragen. Hier ist eine maximale Förderung von 16.800 € drin. Der Seniorenbeirat hat zugesagt, Spenden für das Projekt sammeln. Wir regten an, Angebote auch für Jugendliche zu schaffen, z.B. mit einem Basketballkorb oder einem Volleyballfeld. Dies stieß leider auf Ablehnung. Man befürchtet einen Protest der Anwohner im MARO-Gebäude.
Auch die Beschaffung der Spielgeräte für den Meilinger Lieblingsplatz am Stocketweg wurde auf den Weg gebracht. Die Gesamtkosten von rund 33.000€ werden ebenfalls durch die LAG-Ammersee gefördert in Höhe von 50% der förderfähigen Nettokosten. Das Projekt ist aus unserer Sicht sehr gelungen und wird mit verschiedenen Spielgeräten, einem Volleyballfeld, einem Basketballkorb und einem Bolzplatz für viele Altersgruppen einen Mehrwert bieten.
Personalien
In der konstituierenden Sitzung wurde die Bestellung des Referats „Gewerbe, Handwerk & Landwirtschaft“ noch vertagt, nun einigten sich die beiden Bewerber Freddy Maletz und Thomas Ruf, den Posten gemeinsam zu besetzen. Als weitere Personalien wurde mit Sebastian Schmidinger ein noch fehlender Vertreter für die Mitgliederversammlung der Volkshochschule StarnbergAmmersee nachbesetzt. Nachfolger von Oswald Gasser für die FairTrade-Steuerungsgruppe werden Brigitte Altenberger und Kathrin Weber.
Sonstiges
Bei den notwendigen Hangsicherungsarbeiten für den Dammweg liegt der Ball noch bei der Deutschen Bahn, die Eigentümerin des Hanggrundstücks ist.
Die Planung zum barrierefreien Ausbau des Bahnhofs geht weiter, am 18.6.2026 soll ab 18:30 im Bürgerstadl die neue Planung vorgestellt werden. Geplant ist dem Vernehmen nach eine kompaktere Version mit dem straßenseitigen Aufzug rechts (südlich) der Treppe. Ein Großteil des Bahnsteigs soll überdacht werden und der Bau Ende 2027 beginnen. Fraglich ist noch die finanzielle Beteiligung der Gemeinde. Damals in 2020 wurde eine 25%-ige Beteiligung an den Gesamtkosten (max. 2 Mio €) zugesagt. Der damalige Zeitplan sah jedoch eine deutlich frühere Inbetriebnahme vor und die finanzielle Lage der Gemeinde hat sich seitdem zugespitzt.
Beanstandet wurde die hohe Gebühr von 6 € für Sparkassenkunden bei der Auszahlung am Geldautomat der VR-Bank in Hechendorf. Seit dem Abbau des Sparkassenautomaten auf der anderen Straßenseite ist Hechendorf für Sparkassenkunden ein weißer Fleck auf der Landkarte. Angeblich gab es eine Vereinbarung, dass an dem Hechendorfer VR-Automat Sparkassenkunden kostenlos abheben können. Die Verwaltung wird dem nachgehen.
Gefragt wurde auch, welche Auswirkungen die Streichung des 100 € Zuschusses zu den Kindergartenkosten seitens der bayerischen Staatsregierung auf die Beiträge der Einrichtungen im Gemeindegebiet hat. Die Frage ist noch nicht abschließend geklärt und wird in einer der nächsten Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses besprochen.
Ortwin Gentz
