Ein Aubachtal-Märchen: Wie leere Wahlversprechen zu Bauland werden.

Kapitel 1:
Der mysteriöse Grundstückskauf (2019)

Es war einmal ein CSU Bürgermeister, der eine besondere Gabe besaß: Er konnte Grundstücke für das 15- bis 30-fache ihres Wertes erwerben! Eine Fläche von circa 30.000 qm, teilweise im Landschaftsschutzgebiet, außerhalb des Siedlungsbereichs – ein wahres Schnäppchen, wenn man die Gemeindeordnung einfach als unverbindliche Lesehilfe betrachtet!

Art. 61 (3) GO spricht da zwar etwas von „finanzielle Risiken minimieren“ und warnt vor einem „groben Missverhältnis“ – aber wer will schon kleinlich sein? Wirtschaftlichkeit ist doch so ein elastischer Begriff!

Die Grünen-Fraktion mäkelte im September 2019 herum, dass der Kauf am Gemeinderat vorbei getätigt wurde. Typisch Grüne – immer diese Bürokratie! <Zwinkersmiley>

Kapitel 2:
Das Gutachten aus dem hohlen Zahn

Als der aufmerksame Bürger (und spätere Gemeinderat) Ortwin Gentz nach einem umweltschutzrechtlichen Gutachten fragte, kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen:

„Ja, habe ich – mit meinen eigenen Augen!“

Können wir das einsehen?

„Nein!“

Das nennt man moderne Verwaltung: Das Gutachten befindet sich direkt zwischen den Ohren des Bürgermeisters. Keine lästigen Akten, keine überprüfbaren Daten. Effizienz pur!

Dabei wäre die Umweltsituation durchaus interessant gewesen:

  • Moorgebiet (Niedermoor, teilweise degradiert – klingt wie eine Regierungserklärung)
  • Angrenzendes FFH-Gebiet (DE7933372 – die schönste Nummer des Aubachtals)
  • Landschaftsschutzgebiet (ID: 00542.01 – aber Schutz ist ja relativ)
  • Ausgleichsflächen (die in Seefeld traditionell kreativ genutzt werden: vom Spielplatz bis zur Schutthalde ist alles drin!)
  • Regionaler Grünzug (angrenzend – noch!)

Kapitel 3:
Die demokratische Segnung

2019/2020 segnete der „alte“ Gemeinderat den Kauf noch schnell vor der Wahl ab. Mit einigen Gegenstimmen zwar, aber Mehrheit ist Mehrheit! Dass eine Zustimmung des Gemeinderats nicht vor Rechtmäßigkeitsprüfung schützt, wenn offensichtlich unwirtschaftlich gehandelt wurde? Details, Details …

Kapitel 4:
Der Wahlkampf 2020 – Ein Naturschutz-Festival

Und dann kam 2020, und plötzlich entdeckten ALLE Parteien ihr Herz für das Aubachtal:

CSU: Die Speerspitze des Naturschutzes

„Das Beste Für Seefeld – Kein Gewerbe im Aubach Tal“ – Klaus Kögel, der Retter des Aubachtals! Neuer Name, Neue Ideen, Neuer Bürgermeister.

Update 2025: Neue Ideen bedeuteten wohl: „Wir bauen jetzt doch!“

FWG: Die Poeten der Schützenswerten

„Unsere Alleen und das Aubachtal zählen zu den besonders schützenswerten Bereichen“

Schützenswert heißt ja nicht geschützt. Man muss nur richtig betonen!

SPD: Die Pfleger

„Ökologische Vielfalt schützen – Aubachtal und Eichenallee pflegen“

Pflegen kann man auch mit Baggern. Ist halt intensive Pflege!

BVS: Die Klaren Worte

„Der BVS setzt sich für den Schutz des Aubachtals und der Eichenallee ein.“

„Setzt sich ein“ ist das politische Äquivalent zu „Ich würde ja gerne, aber …“

Kapitel 5:
Die Lösung – Oder: Wie man aus Gold Sch**** macht

Das geniale Konzept: Wenn man ein Grundstück viel zu teuer gekauft hat, muss man es halt bebauen! Ist doch logisch. Dass dabei zusammenhängende Grünzüge eingeengt, Moorgebiete trocken gelegt und Wahlversprechen draufgehen? Kollateralschäden!

Die Gemeinde würde durch den Verkauf der Grundstücke vermutlich Erlöse erzielen (abzüglich Erschließungs- und Verwaltungskosten). Die Folgekosten wegen der schwierigen Bodenbeschaffenheit (Moorboden!)? Das Problem der neuen Eigentümer 🤗!

Perfekt durchdacht – wenn man die leere Gemeindekasse und die Natur großzügig ignoriert.

Umweltschäden und Klimaziele outsourcen wir effizient an die kommenden Generationen – wir nennen das „generationsübergreifende Verantwortung”.

Moral von der Geschichte:

Warum einen teuren Fehler zugeben, wenn man ihn mit einem noch teureren Fehler kaschieren kann? Das ist wie beim Pokern: Wenn man schon zu viel gesetzt hat, einfach all-in gehen! Dass dabei Moor, Naturschutz und sämtliche Wahlversprechen als Chips auf dem Tisch landen – Kleinigkeiten!

So erreichen wir weder die vom Bayerischen Staat vorgegebenen Versiegelungs-Reduktionen noch die Klimaziele. Aber wer braucht schon intakte Moorböden, die CO₂ speichern könnten? Beton ist doch viel verlässlicher! Was Jahrzehnte von Betonköpfen zerstört wurde, kann ja nicht so wichtig gewesen sein.

Wahlversprechen 2020:

„Kein Gewerbe im Aubachtal!“

Realität 2025:

 „Wir haben NIE gesagt, dass wir das ERNST meinen!“

Wahlversprechen 2026:


PS: Falls jemand fragt – das legendäre Gutachten von 2019 existiert immer noch in Herrn Gums Kopf, vermutlich direkt neben seinem Businessplan „Wie verkaufe ich Sumpfland als Bauland“.

Immerhin: Die Gemeinde erstellt jetzt, wenn auch etwas spät (nur 6 Jahre!), tatsächlich ein richtiges Gutachten. Die Spannung ist kaum auszuhalten – wird es die malerischen Weiden retten oder die Bebauung rechtfertigen? Wetten werden angenommen!

Was tun?: Unterstützt uns – geht in die Gemeinde bis zum 19.1.26 (12:00 Uhr) und sorgt mit eurer Unterschrift dafür, dass wir als demokratische Kraft in Seefeld für die Kommunalwahl im März 2026 zugelassen werden!
Mehr Infos hier

Albert Augustin

PPS: Es geht um dieses Gewerbegebiet am Jahnweg in Seefeld Oberalting