Zu viel Salz auf Straßen

Christine Setzwein, Süddeutsche Zeitung, 30.1.2018:

In vielen Kommunen wird im Winter das Streuen von Salz sehr restriktiv gehandhabt. Eigentlich auch in Seefeld, meint zumindest Bürgermeister Wolfram Gum. Ortwin Gentz hat eine andere Erfahrung gemacht. In der Bürgerfragestunde vor der jüngsten Gemeinderatssitzung sagte er, dass nicht nur auf den Hauptstraßen und steilen Strecken gesalzen werde, sondern regelmäßig auch auf Wohn- und Nebenstraßen, ja sogar auf Schotterwegen. „Muss das sein?“, fragte er.

Aus unserer Sicht kommen hier in Südbayern die Autofahrer mit winterlichen Straßenverhältnissen schon zurecht, die Gemeinde würde bei Vermeidung von Streusalz Kosten sparen und die Umwelt würde geschont.

Daher wünschen wir uns, dass die Gemeinde den Einsatz von Streusalz auf Straßen künftig auf Gefahr- und Gefällestrecken beschränkt und auf Gehsteigen ganz verbietet. In vielen deutschen Kommunen ist der Einsatz von Streusalz auf Gehsteigen bereits verboten, so zum Beispiel in München. In Seefeld wird dagegen munter tonnenweise Salz ausgebracht – ein Unding!

Demo für glyphosatfreien Landkreis

Demo Plakat Essen ist politischAm nächsten Samstag, 20.1.2018, veranstaltet der Bund Naturschutz eine Demonstration für einen glyphosatfreien Landkreis Starnberg und eine bessere Landwirtschaft. Der Demonstrationszug startet ab 14:30 Uhr vom Parkplatz des MedSport-Centers nördlich des Bahnhofs Seefeld-Hechendorf und geht in einer Runde durch das Aubachtal wieder zurück zum Bahnhof. Auf der Schlusskundgebung wird auch Helmut Ronstedt, Mitglied unserer Initiative, das Wort ergreifen.

Alle Interessierten sind herzlich zu der Demonstration eingeladen.

Vier Bausteine für Seefelds Zukunft

Christine Setzwein, Süddeutsche Zeitung, 10.1.2018:

Die Entwicklung der Gemeinde Seefeld in den vergangenen Jahrzehnten ist geprägt von Einzelentscheidungen, nicht vom großen Ganzen. Möglichst viele Bauwünsche erfüllen, das war stets das Credo des Gemeinderats.

Weg vom Flickenteppich hin zu einer echten Planung, das wollen die Seefelder jetzt zumindest ausprobieren.

Wie bereits in früheren Kommentaren geschrieben, begrüßen wir von der Bürgerinitiative ausdrücklich die Idee, ein Ortsentwicklungskonzept für Seefeld unter breiter Bürgerbeteiligung zu erarbeiten. Wir sind gespannt, wie es mit diesem Thema in 2018 weitergeht und werden die kommenden Gemeinderatssitzungen aufmerksam verfolgen!

Todesfalle für Amphibien bei Umfahrung Weßling

Die Amphibienschutzanlage an der Weßlinger Umfahrung, die sich teilweise auch auf Seefelder Flur befindet, erfüllt ihre Funktion offenbar nicht. Die Durchlässe unter der Straße stellen im jetzigen Zustand ein unüberwindbares Hindernis für Frösche und Kröten bei ihrer Wanderung dar. Schlimmer noch: die Amphibien kleben am Beton fest oder vertrocknen. Teilweise sind die Amphibientunnel überflutet mit alkalischer Lösung, die für die Tiere tödlich ist.

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Foto: Daniela Brombach

Der Bund Naturschutz war in mehr als 70 Nächten mit Wanderaktivität der Amphibien an der Umgehungsstraße und konnte bisher keine Wanderung der Tiere durch die Unterführungen beobachten. Die Springfrösche, Laubfrösche und Molche bleiben am Leitsystem sitzen oder laufen an der Leiteinrichtung hin und her, ohne die Tunnel zu benutzen und trocknen stark aus, je länger sie sich am Leitsystem aufhalten.

Auch der Starnberger Merkur hatte bereits mehrfach über das Problem berichtet:

Dagmar Hoppe [vom Bund Naturschutz in Steinebach] erinnert auch an eine Gesprächsrunde mit dem Bauamt und Experten sowie der Betonfirma, das Mitte September stattfand mit dem Ziel, die Schäden zu beheben und vor allem auch das gesamte Leitsystem von Laub, Kies, Erdeinbringung, Vegetationswucherung, Müll und Verschlammung zu reinigen. Geschehen sei nichts – bis auf die Aufbringung von einem speziellen Anstrich, auf 150 Meter Länge, der das Ankleben verhindern soll.

Die Website amphibien-news.de hat in vielen Fotos das qualvolle Verenden der Amphibien dokumentiert.

Wir appellieren an die Verantwortlichen beim Straßenbauamt und den Naturschutzbehörden, das Thema endlich ernst zu nehmen und alle nötigen Schritte zu ergreifen, um die Amphibien-Todesfallen an der Leiteinrichtung zu beseitigen! Bis zur Annahme der Tunnel durch die Amphibien brauchen wir Ersatzmaßnahmen, damit die Tiere die Laichgewässer erreichen.

Streit um Klinik

Christine Setzwein, Süddeutsche Zeitung, 28.12.2017:

Es ist schon theaterreif, was in diesem Jahr in Seefeld passiert. Zuerst zieht Bürgermeister Wolfram Gum – völlig überraschend – ein Grundstück für einen Krankenhausneubau aus der Tasche. Dann startet eine Bürgerinitiative – überhaupt nicht überraschend – ein Bürgerbegehren.

Gute Zusammenfassung des Streits um die Seefelder Klinik im vergangenen Jahr.